Nicht die fehlenden Tools bremsen dein Marketing. Das Überangebot tut es. Drei Listen mit je 15 bis 20 Empfehlungen gelesen, ein halbes Dutzend Lesezeichen gesetzt. Trotzdem hat sich an deinem eigentlichen Marketing nichts bewegt, weil nirgends klar wurde, womit du überhaupt anfangen sollst.
Zum Start brauchst du keine 20 Programme. Du brauchst vier besetzte Bausteine: eine Anlaufstelle im Netz, ein Design-Tool, eine vorzeigbare Präsentation und ein Schaufenster, auf dem man dich findet. Für jeden dieser vier Bausteine steht hier, wann die kostenlose Version reicht und ab wann sich ein kleiner Betrag lohnt.
Das Wichtigste in Kürze
- Vier Bausteine: Der Starter-Korb besteht aus Website/Landingpage, Design, Präsentation und Schaufenster. Alle vier lassen sich komplett kostenlos besetzen.
- Zeit statt Geld: Kostenlos heißt nicht aufwandslos. Rechne mit ein bis zwei Arbeitstagen für die Ersteinrichtung aller vier Bausteine (eigene, offengelegte Schätzung).
- Free-Grenze: Jeder Baustein hat eine klare „reicht free?“-Grenze, meist eine fremde Subdomain, ein erkennbares Branding oder ein Mengenlimit.
- Stufen-Ausbau: Ab regelmäßigen Anfragen (Stufe 2) lohnt sich ein kostenloses CRM, ab dem Verstetigen (Stufe 3) ein Newsletter-Tool.
- Kipppunkt: Der ehrliche Kipppunkt liegt bei 10 bis 20 Euro im Monat: für eine eigene Domain oder ein Tool-Upgrade (Stand Juli 2026).
Werbung. Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links, in den Tool-Kurzporträts jeweils mit einem Stern (\*) gekennzeichnet. Kaufst oder buchst du darüber ein Tool, erhalten wir eine Provision. Der Preis bleibt für dich derselbe. Empfohlen wird trotzdem nur, was für den Start passt; wo es sinnvoll ist, nennen wir bewusst mehrere Alternativen. Mehr dazu auf der Seite Transparenz & Werbung.
Vier besetzte Bausteine statt 20 Tools
Zum Start braucht dein Marketing genau vier besetzte Bausteine: eine Anlaufstelle im Netz, ein Design-Tool, eine vorzeigbare Präsentation und ein Schaufenster, auf dem man dich findet. Alles andere kann warten, bis einer dieser vier Bausteine zu eng wird.
Tool-Listicles beantworten die falsche Frage: Sie zeigen das gesamte Marktangebot, während dein nächster Schritt offen bleibt. Diese Reihenfolge-Frage klärt das 4-Stufen-Modell für Sichtbarkeit: Bevor du Sichtbarkeit oder Anfragen optimierst, muss erst ein Werkzeug-Fundament stehen. Dieses Fundament sind die vier Bausteine aus diesem Beitrag.
Die vier Bausteine ergeben sich aus drei Situationen, die jede Gründung durchläuft: gefunden werden, überzeugen, abschließen. Für „gefunden werden“ brauchst du ein Schaufenster und eine Anlaufstelle im Netz. Für „überzeugen“ brauchst du Design und eine Präsentation, mit denen dein Angebot professionell wirkt. Für „abschließen“ reicht am Anfang meist der Kontaktweg, den die ersten drei Bausteine bereits mitliefern.
Der Starter-Korb im Überblick: vier Bausteine, Startbudget null
Der Starter-Korb besteht aus vier Bausteinen: Website/Landingpage, Design-Tool, Präsentation und Schaufenster-Plattform. Er lässt sich komplett mit kostenlosen Tarifen besetzen. Was du investierst, ist Zeit: Für die Ersteinrichtung aller vier Bausteine kannst du grob mit ein bis zwei Arbeitstagen rechnen (eigene, offengelegte Schätzung).
Die folgende Tabelle zeigt für jeden Baustein die Aufgabe, zwei bis drei Kandidaten und die grobe Free-Grenze im Überblick. Details liefern die vier folgenden Abschnitte.
| Baustein | Aufgabe | Kandidaten | Free reicht, bis … |
|---|---|---|---|
Website/Landingpage | Anlaufstelle mit Angebot und Kontaktweg | Framer, Bordmittel, ggf. Canvas | eigene Domain oder mehr als eine Seite gebraucht wird |
Design | Social-Grafiken, Logo-Entwurf, Vorlagen | Canva\*, Adobe Express | Markenkonsistenz über viele Formate zählt |
Präsentation | Angebots-Deck für Verkaufsgespräche | Canva-Präsentationen\*, Google Slides | eigenes Team-Branding gebraucht wird |
Schaufenster | Auffindbarkeit auf einer Plattform | Google Unternehmensprofil, LinkedIn | mehrere Standorte oder Profile verwaltet werden |
Kein Wettbewerber-Listicle sortiert Tools nach Bedarf statt nach Kategorie. Diese Tabelle schon: Nutze sie als Checkliste für deinen aktuellen Stand.
Design-Baustein
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Baustein 1: Website oder Landingpage
Dein Zuhause im Netz muss zum Start keine ausgewachsene Website sein: Eine einzelne Seite mit Angebot, Nutzen und Kontaktweg reicht. Kostenlos ist das machbar, allerdings mit zwei ehrlichen Grenzen: einer fremden Subdomain statt eigener Adresse und einem erkennbaren Anbieter-Branding auf der Seite (Details je Anbieter unterschiedlich, Stand Juli 2026 [1]).
Für die schnelle Entscheidung reicht diese Reihenfolge: Wenn du eine einzelne Angebotsseite brauchst, nimm Framer Free oder ein vorhandenes Bordmittel. Wenn du direkt Produkte verkaufst, prüfe Shopify, aber rechne ohne dauerhaften Gratis-Tarif [2]. Quandes Canvas nennen wir nur mit offener Karte: Diese Seite selbst läuft darauf, weil es unser eigenes Werkzeug ist; für dich ist es erst dann eine Option, wenn du genau diese Infrastruktur bewusst willst.
Der Kipp-Punkt liegt bei einer eigenen Domain: Die kostet meist zwischen 10 und 20 Euro im Jahr [3], ein Baukasten-Einstiegstarif mit eigener Domain häufig ab rund 10 Euro im Monat – der Betrag, der in diesem Beitrag immer wieder als ehrliche Grenze auftaucht. Bewusst nicht empfohlen: WordPress. Einarbeitung, Updates und Plugin-Pflege binden in der Startphase Zeit, die dein Schaufenster dringender braucht. Wer schon Erfahrung mit WordPress hat, kann natürlich dabei bleiben. Eine ehrliche One-Page-Anlaufstelle heute schlägt die perfekte Website in drei Monaten.

Baustein 2: Design-Tool für Bilder, Logo und Vorlagen
Für Social-Grafiken, ein einfaches Logo und Dokument-Vorlagen bis zur Rechnung reicht ein kostenloses Design-Tool: Der Standard dafür ist Canva\* Free. Der kostenlose Tarif deckt laut Anbieter tausende Vorlagen ab, das automatische Freistellen von Hintergründen bleibt Pro vorbehalten [4] (Stand Juli 2026).
Adobe Express Free ist die naheliegende Alternative fürs Varianz-Prinzip, wenn du schon in der Adobe-Welt unterwegs bist oder ein zweites Tool zum Vergleich willst: Es ist ebenfalls dauerhaft kostenlos nutzbar, nicht nur als Testphase.
Die Free-Grenze wird spürbar, sobald du eigene Markenfarben und -schriften über viele Vorlagen hinweg konsistent halten oder Hintergründe zuverlässig automatisch freistellen willst. Canva Pro kostet für eine Einzelperson bei jährlicher Abrechnung rund 110 Euro im Jahr [5][6]: Das muss dir mehr wert sein als ein gutes Stück deines gesamten Jahresbudgets von rund 200 Euro, bevor sich das Upgrade lohnt. Wo diese Grenze für dich in der Praxis liegt, klärt der Vergleich Canva kostenlos vs. Pro; die reine Preisfrage beantwortet Was kostet Canva. Starte deshalb mit Canva Free und rüste erst nach, wenn dich eine konkrete Grenze stoppt.

Baustein 3: Präsentation für dein Angebot
Ein vorzeigbares Angebots-Deck aus 5 bis 10 Folien bekommst du komplett kostenlos: mit Canva-Präsentationen\* oder Google Slides. Die Struktur dahinter passt in fünf Folien, die jedes Solo-Angebot trägt:
- Problem: Welche Situation bringt jemanden überhaupt zu dir?
- Angebot: Was genau bekommt die Kundin, konkret benannt?
- Ablauf: Wie läuft die Zusammenarbeit ab, Schritt für Schritt?
- Preis/Pakete: Was kostet es, in welchen Stufen?
- Nächster Schritt: Wie und wo meldet sich die Kundin bei dir?
Google Slides ist kostenlos mit jedem Google-Konto nutzbar [7], auch die Web-Version von PowerPoint lässt sich inzwischen kostenlos verwenden [8] (Details variieren je nach Microsoft-Konto, Stand Juli 2026). Wer schon mit Canva für Baustein 2 arbeitet, hat die Präsentation praktisch geschenkt dazu, ein Tool deckt zwei Bausteine ab. Der Grund, warum dieser Baustein überhaupt zum Starter-Korb gehört: Solo-B2B-Angebote werden meist im persönlichen Gespräch verkauft, und ohne ein vorzeigbares Deck bleibt das Angebot mündlich und schwer vergleichbar.

Baustein 4: das Schaufenster, auf dem man dich findet
Als Schaufenster reicht zum Start genau eine Plattform. Welche das ist, entscheidet dein Geschäftsmodell: lokal das Google Unternehmensprofil, für Solo-B2B-Dienstleistungen das berufliche Netzwerk LinkedIn, für nebenberufliche Online-Vorhaben und Creator eine einzelne Content-Plattform, auf der deine Zielgruppe unterwegs ist.
- Lokales Angebot: Google Unternehmensprofil anlegen, mit Fotos, Öffnungszeiten und Beschreibung füllen, kostenlos [9], Pflegeaufwand rund 20 bis 30 Minuten pro Woche (eigene, offengelegte Schätzung).
- Solo-B2B-Dienstleistung: ein vollständiges LinkedIn-Profil mit klarem Angebot, kostenlos [10], Pflegeaufwand ein bis zwei Beiträge pro Woche (eigene, offengelegte Schätzung).
- Nebenberuflich online/Creator: eine Content-Plattform, auf der deine Zielgruppe unterwegs ist, ebenfalls kostenlos im Basis-Tarif, Pflegeaufwand hängt vom Format ab.
Bewusst anders als viele Tool-Listen: Du brauchst kein Social-Media-Management-Tool für fünf Kanäle gleichzeitig. Ein Schaufenster ordentlich eingerichtet und gepflegt bringt mehr als fünf halbherzig bespielte; ein zweites kommt erst, wenn das erste Anfragen bringt. Wie du dein Google Unternehmensprofil konkret einrichtest, zeigt der Beitrag Google Unternehmensprofil erstellen; für das Minimalprogramm auf Social Media hilft Social Media für kleine Unternehmen.

Wann kostenlos reicht und was ab Stufe 2 dazukommt
Der kostenlose Starter-Korb trägt dich durch die Stufen 0 und 1: Fundament und erste Sichtbarkeit. Ab Stufe 2, wenn regelmäßig Anfragen entstehen, lohnt sich ein kostenloses CRM; ab Stufe 3, beim Verstetigen, ein Newsletter-Tool. Spätestens hier liegt der ehrliche 10-bis-20-Euro-Punkt.
| Stufe | Situation | Was aus dem Korb reicht | Was dazukommt |
|---|---|---|---|
0–1 | Fundament, erste Sichtbarkeit | Alle vier Bausteine kostenlos | Der Korb trägt allein |
2 | Regelmäßige Anfragen | Website, Design, Präsentation | Ein kostenloses CRM (z. B. HubSpot Free\*) |
3 | Anfragen verstetigen | Alle Bausteine plus CRM | Ein Newsletter-Tool (z. B. Brevo Free\*) |
HubSpot Free\* verwaltet Kontakte und Anfragen, sobald eine einfache Liste nicht mehr reicht – die tiefe Einordnung liefert der Vergleich kostenloses CRM [11]. Brevo Free\* verschickt laut Anbieter bis zu 300 E-Mails pro Tag im kostenlosen Tarif [12] (Stand Juli 2026): genug für den Einstieg in einen regelmäßigen Newsletter; Details klären Newsletter für kleine Unternehmen starten und Newsletter kostenlos erstellen.
Null Euro ist ein Hook, kein Dauerzustand. Spätestens wenn eine eigene Domain, ein CRM-Upgrade oder ein größeres Newsletter-Kontingent ansteht, bewegst du dich Richtung 10 bis 20 Euro im Monat – bei einem Jahresbudget von rund 200 Euro für Marketing-Werkzeuge ist das ein fest eingeplanter Posten.
Besetze diese Woche den Baustein, der bei dir noch fehlt. Alles Weitere kommt Stufe für Stufe.
Nächster Schritt
Finde heraus, welcher Baustein bei dir fehlt
Trag deine Situation kurz durch: Mit der Sichtbarkeits-Checkliste per Mail bekommst du eine Vorlage, mit der du deinen Starter-Korb Baustein für Baustein abhakst.
Checkliste per Mail erhaltenHäufige Fragen zu kostenlosen Marketing-Tools
Welche Marketing-Tools brauche ich als Gründerin zum Start?
Vier Bausteine reichen: eine Web-Anlaufstelle, ein Design-Tool, eine Angebots-Präsentation und ein gepflegtes Schaufenster-Profil. Alles darüber hinaus – CRM, Newsletter, SEO-Tools – hat seine eigene Stufe, die kommt später.
Geht Marketing komplett kostenlos?
Die Werkzeuge ja, zum Start. Bezahlt wird mit Zeit; sobald regelmäßig Kontakte entstehen, sind 10 bis 20 Euro im Monat für eine eigene Domain oder ein Tool-Upgrade gut investiert.
Reicht die kostenlose Version von Canva?
Für Social-Grafiken, einfache Logos und Angebots-PDFs meist ja. Wo die Grenzen liegen und wann sich Pro lohnt, klärt der Vergleich Canva kostenlos vs. Pro.
Brauche ich von Anfang an ein CRM?
Nein. Solange du Anfragen an einer Hand abzählen kannst, reicht eine einfache Liste; ab regelmäßigen Anfragen lohnt sich ein kostenloses CRM, mehr dazu im Beitrag zum kostenlosen CRM.
Was ist mit kostenlosen Marketing-Ideen statt Tools?
Ideen beantworten die Frage „was tue ich?“, Tools die Frage „womit setze ich es um?“. Für Kanäle und Reihenfolge hilft das 4-Stufen-Modell für Sichtbarkeit. Dieser Beitrag besetzt die Werkzeugseite.
Warum empfehlt ihr WordPress nicht?
Nicht, weil WordPress schlecht ist, sondern weil Einarbeitung, Updates und Plugin-Pflege in der Startphase Zeit binden, die dein Schaufenster dringender braucht. Wer bereits WordPress-Erfahrung hat, kann problemlos dabei bleiben.

